Montag, 2. Februar 2026 von Peter Gesser
Rückschlag bei der Kulturförderung
Fehlende Bewerbungen junger Künstler: Der MarLeo Jugend Musikkultur Förderpreis ist abgesagt
Chöre, Solisten, Orchester und Bands aus dem nördlichen Revier waren aufgefordert, bis zum 31.1.2026 Ihre Bewerbung beim Lions Club Marl-im-Revier einzureichen. Jetzt nach Schluss der Bewerbungsphase wurde schnell klar: Der Contest kann mangels ausreichender Anzahl an Bewerbungen nicht durchgeführt werden.
Der Lions Förderpreis Jugendmusikkultur, der im dreijährigen Rhythmus seit 2013 verliehen wird, hat in der Musikszene im nördlichen Ruhrgebiet immer wieder mit hoher Qualität überzeugt. Im Rahmen der letzten Wettbewerbe hatten sich immer regelmäßig 20-30 Nachwuchskünstler und Bands um einen der begehrten acht Startplätze in der MarLeo Audition beworben. In der Gala konnten dann die Gewinner der Audition mit großer Orchesterbegleitung und professioneller Licht- und Tontechnik ihr Können auf der großen Bühne zeigen. „In diesem Jahr haben wir leider nur 6 den Regeln des Wettbewerbs entsprechende Bewerbungen erhalten,“ so Projektteammitglied Elke Fleckhaus vom Lions Club Marl-im-Revier, „natürlich ist das deutlich zu wenig, um diesen Wettbewerb mit dem gewohnt hohen Qualitätsniveau und auch riesigem Aufwand in der Produktion durchführen zu können.“
Die Entscheidung haben sich die Verantwortlichen des Lions Clubs nicht leicht gemacht. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Jury wurden die vorliegenden Bewerbungen gesichtet. Zur Durchführung der Audition, der Vorentscheidung für die große Gala im Theater am 7.3.26, hätte die Jury mindestens 8 Beiträge aus den vorliegenden Bewerbungen auswählen müssen. Doch auch diese Mindestgrenze wurde nicht erreicht, so dass Projektteam und die einzelnen Mitglieder der Jury gemeinsam die Absage des Contests beschlossen haben.
Der Wettbewerb wurde nach der Corona Pandemie 2023 schon einmal auf 2025/2026 verschoben. Auch damals wurde die Mindestteilnehmerzahl trotz umfangreicher Bewerbungsaktionen und Pressebegleitung nicht erreicht. „Wir hatten damals die Vermutung, dass viele junge Künstler nach der Pandemie noch nicht in der Lage waren, sich zu bewerben,“ so Peter Gesser, Projektleiter des Lions Club Marl-im-Revier. „Allerdings hatten wir in diesem Jahr die Hoffnung, dass die Situation anders ist. Das hat sich leider nicht bestätigt. Im Moment ist noch nicht klar, wie es weiter geht. Ich habe aber die Befürchtung, dass wir unser Förderprojekt nach den sich jetzt wiederholten niedrigen Bewerbungszahlen nicht mehr in dieser Form weiterführen können. Für mich ist das besonders bitter, da ich in diesen Preis sehr viel Herzblut und Energie investiert habe.“
Warum die Situation so ist, ist für das Projektteam nach wie vor ein Rätsel. Vor der Eröffnung der Bewerbungsphase im Oktober des letzten Jahres wurde fleißig die Werbetrommel gerührt. Schulen und Musikschulen wurden angeschrieben und auch persönlich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Über die Social-Media-Kanäle konnten Videos und schriftlichen Infos abgerufen werden. Mit Plakaten an den Litfaßsäulen in Marl, in öffentlichen Gebäuden und in den Musikschulen wurde auf die Bewerbungsmöglichkeit bis zum 31.1.2026 aufmerksam gemacht. Etliche Tausend Flyer haben die Lions darüber hinaus an den Schulen im Kreis Recklinghausen und in Gelsenkirchen verteilt.
Bild: Ralf Deinl